Freitag, 21. Juli 2006

Auf den ersten Blick wirkt alles matt

Mit jedem frisch auflodernden Schmerz, jeder weiteren Enttäuschung und jeder überstandenen Schlacht erwache ich aus einem Schlaf, der sich wie eine heilende Krankheit auf mir nieder zu legen scheint, ein Schlaf namens Stärke. Es ist paradox und widersinnig, doch so verhält es sich schon seit geraumer Zeit mit mir und der Welt und dem was dazwischen liegt und ruht oder aufmerksam wacht. Ich bin süchtig, abhängig von der ständigen Herausforderung, dem ewigen Wagnis, so dass es immer wieder damit endet, dass ich jegliche Risiken und Nebenwirkungen außer Acht lasse und geradezu bereitwillig, euphorisch die Konsequenzen trage.

Ich bin leidenschaftlich, unaufhörlich sehnsüchtig, will den Teufel bei den Hörnern packen. Hindernisse nehme ich in besessenem Übermut auf mich, liebe jede einzelne Hürde, springe, springe, springe und stolper höchstens über Steinchen, und hauptsache geradeaus, nehme Schmerz und Leid auf mich und erfreue mich dafür umso mehr an den Kleinigkeiten, der Schönheit, jeder neuen Entdeckung, selbst an den Schattenzeiten. Und so lasse ich mich treiben, fordere den Atem der Welt dazu auf, mich davon zu tragen und schere mich nicht im Geringsten darum, wohin er mich bringen wird. So ist es schon immer gewesen und so wird es bleiben.

Das Leid ist es, welches meine Hand ergreift und mir Leben und Kraft einflößt, eine Medizin, eine Last die sich selbst bekämpft. Ich bin ein sterbender Schwan, gebe mich wortlos einem Verbrennungsprozess hin, erstehe aus immer derselben Asche, war verloren geglaubt und stehe nun wieder vor dir, sehe dir direkt in dein Gesicht und erstrahle müde lächelnd in einem unabwendbaren Glanz. Die Ironie liegt darin, dass mein Leid und ich an zwei verschiedenen Enden desselben Stücks knabbern. Der von beiden Seiten ungewonnene Kampf, er zieht sich unaufhörlich dahin. Und obwohl ich einen jeden überstehe werde ich dessen nicht müde. Oder gerade deswegen.

Die Kreativität scheint langsam wieder in mir zu erwachen.

about

wahrnehmungen. traeumereien. spinnereien. abgruende aus vergessenen zeiten. (nicht immer verfolgbare) gedankengaenge. und in keinem fall ein grund zur sorge.

catch me, tame me

who is able to touch you?

lauschgenuss

listen to the blood rushing through your veines

Disclaimer


quoted ingenuity
surreal reality
vacuous triviality
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